Ausbildung vs. Studium: Warum ein Studium nicht in jedem Fall die
bessere Wahl ist

Wer erfolgreich im Beruf sein will, muss studieren – so die gängige Meinung. Dabei sind die Qualifikationen, die an der Uni vermittelt werden, nicht unbedingt jene, auf die Unternehmen wert legen. Und nicht jeder Absolvent findet einen Beruf, der ihn fordert – das kann frustrierend sein.

Diese Argumente sprechen für eine Ausbildung:
Mit dem Beginn einer Ausbildung verdient Ihr Kind das erste Mal eigenes Geld – das ist ein ganz besonderes Gefühl, auch, wenn der Verdienst zunächst nicht sehr hoch ist. Der/die Auszubildende kann sich eine kleine Wohnung leisten, eventuell ein Auto kaufen (oder finanzieren) und die Freizeit kommt auch nicht zu kurz. Kurz zusammengefasst: Der erste Schritt ins eigenständige Leben wird bezahlt – Ihr Kind muss sich keine Sorgen um die Finanzierung der Ausbildung machen.
Von der Bezahlung abgesehen ist auch die praktische Erfahrung ein wichtiger Teil der Ausbildung: Der/die Auszubildende taucht von Beginn an in das reale Berufsleben ein und lernt Unternehmen, Mitarbeiter und Produkte intensiv kennen. Oft ist bei Unternehmen Berufserfahrung aus der Ausbildung stärker gefragt, als theoretisches Wissen aus einem Studium.
Während einer Ausbildung steht der Ausbilder den Jugendlichen nicht nur zur Seite, sondern sie arbeiten im Team auf ein Ziel hin. Ein Teamplayer zu sein ist unabdingbar für den beruflichen Erfolg – und eine der vielen Fähigkeiten, die Ausbildende erlernen.
Eine Ausbildung ebnet den Weg auf die nächste Karrierestufe: eine Festanstellung. Unternehmen bilden nach Bedarf aus und weil sie Fachkräfte benötigen, die nach der Ausbildung das Unternehmen gut kennen. Der Berufseinstieg verläuft deshalb für einen Großteil der Ausbildungsabsolventen reibungslos: Wenn sie einen positiven Eindruck hinterlassen , bestehen für Auszubildende optimale Chancen nach der Ausbildung von ihrem Unternehmen übernommen zu werden.
Im beruflichen Alltag trifft man auf viele neue Menschen und dabei kann jeder Kontakt neue Möglichkeiten eröffnen. Mit einer Ausbildung beginnt man früh, ein soziales Netzwerk aufund auszubauen – und daraus ergeben sich oft neue (und bessere) Karrierechancen.
Mit 17 bis 19 Jahren haben die wenigsten Jugendlichen eine ausgereifte Persönlichkeit. Sie werden mit (sozialen) Ängsten, Unsicherheiten und Fragen konfrontiert: Was kann ich? Was wird mal aus mir? Die Antworten darauf finden junge Menschen schneller, wenn sie in einem Betrieb arbeiten – vor allem für praktisch begabte Jugendliche bietet die Ausbildung eine bessere Orientierung als die theoretische Lernerfahrung im Studium.

In der Ausbildung bauen die Jugendlichen die im späteren Berufsleben gefragten Soft Skills aus und verfeinern sie.
Wer bereits in der Ausbildungszeit einen positiven Eindruck hinterlässt, hat hohe Chancen, danach von betrieblicher Seite gefördert zu werden. So können sich die Auszubildenden neben dem Beruf oder in betriebsinternen Fortbildungsprogrammen weiterbilden – und dabei sogar einen akademischen Titel erwerben. Gleichzeitig haben sie die Sicherheit einer festen Arbeitsstelle und die finanzielle Unterstützung durch den Arbeitgeber.